Der Präsident spricht wieder und lacht sogar

Montag, 12.02.2007

Der Präsident spricht wieder - und lacht sogar

AKV - Chef Dieter Bischoff nahm die durchsetzten Noten der AZ-Lesejury für die Ordsenssitzung mit Humor. Jürgen Beckers siegte ganz klar.

Von Redaktionsmitglied Michaela Priemer

Aachen. Dieter Bischoff sprach wieder. Und er lachte sogar ein wenig, der AKV - Präsident. Denn die "Rückgabe der Klassenarbeiten", wie Bischoff die Präsentation der Ergebnisse der AZ - Lesejury nannte, bestätigte eines: Der Aachener Karnevalsverein hatte zumindest mit dem Tanz der Elferräte, der so schwungvoll Gesundheitsministerin Ulla Schmidt auf die Schippe nahm, das Publikum überzeugt. Platz 4 in der Lesewertung, Note 2,21, fast gut. "Man sieht, im Elferrat steckt durchaus das Potenzial, witzig zu sein", sagte AZ - Redakteur Manfred Kutsch, der die Lesereinschätzungen zur Festsitzung "Wider den tierischen Ernst" rund 1000 interessierten Zuschauern am Samstagmittag während des Prinzen - Open - Airs am Holzgraben verkündete.
Weniger zufrieden als die Elferräte konnten hingegen die Politiker und Promis mit ihren Bewertungen sein. Gleich die letzten drei Plätze belegten Norbert Blüm, Joachim Hunold und Rainer Brüderle. Der FDP - Bundesvizechef wurde von den Rund 9000 AZ - Lesern, die ihre Stimmzettel abgegeben hatten, sogar schlimmer abgestraft als jemals ein Jeck in der AKV - Bütt vor ihm: Note 4,2. Durchgefallen. Und auch kein Ordensritter schnitt in den letzten 16 Jahren so schlecht ab, wie Airline - Chef Hunold mit Note 3,16 bei seinem Einstand. Allein Friedrich Merz hob aus der Promi - Fraktion unter den Laudator, Note 2,42.
Große Gewinner der Festsitzung waren folglich die heimischen Künstler. An erster Stelle und mit großem Beifall auf der Bühne empfangen, stand Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann in der Gunst des Publikums. "Ich freue mir zum Frecken", jubelte Beckers beim Talk mit Bischoff und Kutsch und verriet dem Publikum gleich sein Erfolgsrezept für den Auftritt, der zur Traumnote 1,48 hinriss: "Man muss zuhören darf nicht so viel quasseln. Ich beobachte die Leute, nehme die Längen raus und erzähle, wie sie so sind." Genau das begeisterte.
Dass das Leben, so wie es ist, zwar kein Witz, aber ungeheuer komisch und damit als Bühnenthema äußerst beliebt ist, bestätigten auch Josef, Jupp und Jüppchen. Ihr zweiter Platz mit der Note 1,83 wurde ebenso bejubelt wie der beste Musikbeitrag, der die "Jonge vajjen Beverau" mit Note 2,4 auf Platz sieben brachte.
"80 Prozent der Sitzung waren einfach gelungen, über die restlichen 20 Prozent müssen wir reden", sagte Bischoff und freute sich, Ritter Karl - Günther von Hase zitierend, dass zumindest eine Milliarde Chinesen nichts von den Längen und Überziehungen der Veranstaltung mitbekommen hatten.

"Amüsante Gastspiele"
Außerdem sei manch ein ausgedehntes Gastspiel auf der Bühne ja auch sehr amüsant gewesen, befand AKV - Präsident Dieter Bischoff mit Blick auf die Vorstellung der Ordensritter durch Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden. Der hatte zwar zwölf Minuten zu lange vorgestellt, schaffte jedoch mit einer (fast) glatten Zwei auf den dritten Rang der Bestenliste.
Doch ob der verrutschte Zeitplan durch einen gut aufgelegten OB und die Chinesen zu relativieren sei, bezweifelte sein Gesprächspartner Manfred Kutsch, mit dem Bischoff unterhaltsam die Stärken und Schwächen der Festsitzung diskutierte. "Für die, die wegen der Längen aus dem Programm gestrichen wurden, war das sicher nicht so komisch", sagte Kutsch unter lauter Zustimmung des Publikums. "Jeder, der auftritt, sollte auch Verantwortung für das Ganze übernehmen.
Dass ausgerechnet die Programmteile, die die Edelsitzung von der Masse der Karnevalsveranstaltungen unterscheiden sollen, schwächelten, schlug sich auch im Gesamteindruck nieder: Note 2,77, immerhin befriedigend.

"Keine Heimatsitzung"
"Der Orden, Wider den tierischen Ernst’ ist eben keine Heimatsitzung, sondern ein als Kulturpreis anerkannter närrischer Staatsakt", fasste Kutsch die Note in Worte. Da müsse einfach mehr überzeugen, als die guten Öcher Nummern.
Dieter Bischoff nahm das nicht ganz so erfreuliche Zeugnis indes sportlich: "Auch wenn wir mit dieser Abschlussnote vielleicht nicht Medizin studieren können, den Spaß und die Freude am Öcher Fastelovend lassen wir uns nicht nehmen."

Aachener Interpreten liegen weit vorne
In der Skala von "Top" (Note 1) bis "Flop" (Note 5) haben sich nach Meinung von 9000 Teilnehmern an unserem Leserspiel die ersten Plätze vom Rest weit abgesetzt - allesamt Programmnummern aus Aachen.
• Jürgen Beckers als Fluglotse gewann mit einem Wert von 1,48 vor Josef, Jupp und Jüppchen (1,83) und der Vorstellung der Ordensritter mit Oberbürgermeister Jürgen Linden (2,08).
• Der Gesamteindruck der Festsitzung fiel mit 2,77 deutlich kritischer aus als im Vorjahr (2,15). Dies betrifft auch die Ritterrede von Joachim Hunold mit 3,16 und erst Recht den Beitrag von Rainer Brüderle (4,20).
• Super dagegen der Auftritt des Kinderprinzen und des Kinderchores von St. Katharina in Aachen: 2,34. Auch die "Jonge vajjen Beverau" konnten mit 2,40 zufrieden sein.

Link: Aachener Zeitung

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