Frohe Weihnacht! Bauchspeck ist fertig!

Freitag, 30.11.2007

Für seine Verhältnisse ist das ganz schön opulent: ein mit «Bollen» geschmückter Tannenbaum (künstlich), ein Schneemann (aufgeblasen), etliche Geschenkkartons (leer), ein Grill (ohne Kohlen), ein Ohrensessel (leicht abgewetzt) und ein Heer von Weihnachtssternen (stimmungsvoll).

Das alles hat der in puncto Deko sonst eher sparsame Jürgen B. Hausmann auf die Bühne gepackt, um sein Weihnachtsspecial in der Alsdorfer Stadthalle in Szene zu setzen. Das volle Paket zum Einstieg in die kreative Pause.

Auch was die Laufzeit betrifft, wird nicht gekleckert. Hausmann ist keiner, der zum Abschied leise Servus sagt. Er lässt es richtig krachen! Fünf Tage in Folge steht er vor ausverkauftem Saal, am Samstagabend ist Halbzeit. Solch einen Marathon hat vor ihm in dieser Halle noch kein Künstler hingelegt. Und Jürgen Beckers steht ihn glänzend durch. «Alle Jahre wieder - aber nit mit mich» - so der Titel des jüngsten Specials, in dem er Versatzstücke seines «Tagesschau»-Programms mit ganz neuen Betrachtungen des alljährlichen Weihnachtswahnsinns kombiniert.

Die besinnliche Zeit beginnt hierzulande bekanntlich mit einer ganz neuen Zeitrechnung. «Jetzt heißt et nit mehr einfach Montag oder Dienstag. Jetzt heißt et: vor die Tage, an die Tage, zwischen die Tage und nach die Tage!» Höhepunkt: an die Tage, wenn die Familie zusammenkommt und auftischt. «Da werden Tiere gegessen, die du dat janze Jahr mit de Fott nit anguckst. An Weihnachten guckst du denen in de Fott!» Oder schlimmer: es gibt «Raklett». «Furchtbar, dieses Essen zum Basteln. Da kriegst du ein Schweinefleischatom auf dein Schäufelchen, dass du in zwölf Soßen tunken darfst.» Dann doch lieber das hier: «Wir sollten Heiligabend grillen. Ein Bier für die Besinnung und dann: Frohe Weihnachten! Bauchspeck ist fertig!»

Auf den kulinarischen Irrsinn folgen in der Regel Geschenke. «Muss man ja vorsichtig bei sein. Heutzutage ist es ja eine Beleidigung, was zu schenken, das Strom kostet.» Beckers selbst spare Energie nach Kräften: «Wir haben überall ein Loch in der Steckdose zugemacht.» Wo er seine Geschenke findet, lässt er das Publikum ebenfalls wissen. «Im Internet: www.schenkmichwatdewillstwennetnurenehaufenundteueris.de.»

Heftiger Applaus krönt seine Pointen, ohne Zugaben kommt er an keinem der fünf Spieltage von der Bühne. Doch ist Beckers ja einer, der gern gibt. Mit seinem musikalischen Partner Harald Claßen steht er pro Abend gut zwei Stunden auf der Bühne und verpasst Weihnachtsliedern irrwitzige neue Texte. Auch Neues hat er mitgebracht, denn er vertraut bei der Show nicht bloß auf regionalen Dialekt. Mit schwäbischer und wienerischer Mundart kann er ebenfalls punkten.

Gar ein Hinweis auf das kommende Programm? Daran will er während der Auszeit fleißig arbeiten. Am 31. Oktober soll es starten. «Gibt schon Karten», wirbt er bei der Show. «Sagen Sie hinterher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt!»

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